1986-2017

Kleine Chronik des Euregio-Kollegs

Hier finden Sie alle Texte der Chronik in ungekürzter Form.

Arno Giesbrecht: Ein Kollegleiter erinnert sich

Text ...

Arno Giesbrecht: Ein Kollegleiter erinnert sich

Vorbemerkungen:

Mit seinen gut 31 Jahren steht das Euregio-Kolleg für eine Ära harter Arbeit, der  Erfahrungen und Erfolge im Zweiten Bildungsweg.

Besonders spannend ist hierbei im Rückblick die mehrjährige Aufbauphase, da die han-delnden Personen (Vertreter des Schulträgers, Leiter, Lehrer, Verwaltungspersonal und Hausmeister) zwar relevante und verwertbare Erfahrungen aus verschiedenen Bereichen einbrachten, aber allesamt Anfänger in ihren jeweiligen Positionen, zumindest aber im Umgang mit erwachsenen Studierenden, waren.

Sich einzuarbeiten, ein Selbstverständnis im institutionellen Geflecht zu finden, die Rollen der anderen Akteure zu erkennen und in ihrer Relevanz für das Gesamtsystem richtig einzuschätzen, all dies waren Aufgaben, die jeder Einzelne für sich produktiv lösen musste. Dass hierbei nicht immer alles auf Anhieb rund lief, ist nur zu verständlich. Zwischenlösungen und Provisorien waren manchmal lästig, aber nicht immer zu vermeiden. Die Erfolge, die sich mit den Jahren einstellten, sind das gute Ergebnis der gemeinsamen Arbeit der verschiedensten Akteure in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen, wie letztlich auch ein Stück Arbeit der handelnden Menschen an sich selbst.

Herausforderungen brachten extern verursachte Veränderungen, wie Umzüge in neue Räumlichkeiten und Reformen der Lehrpläne und Prüfungsordnungen, und die von Träger und Kollegium systematisch betriebenen Innovationen im Bereich der Bildungsgänge und damit die Anpassung des Kollegangebots an die veränderten Bildungsbedürfnisse der Studierenden mit sich.

Während die für das Euregio-Kolleg bedeutsamen Entwicklungen in der Anfangsphase zunächst im Tages- oder Wochenrhythmus zu beobachten und dann Entscheidungen zu treffen waren, stellte sich mit wachsender Routine das jeweilige Semester als Entwicklungseinheit heraus. Davon bis zu meinem Ausscheiden Februar 2013 auszugsweise zu berichten, ist Anliegen des folgenden Textes.

Vorbereitung auf das Sommersemester 1986

24.1.1986 : Der Kollegleiter (Dr. Arno Giesbrecht) wird den Lehrern (Roman Allekotte, Bernhard Peters, Armin Pradella, Angelika Lohe) und der Sekretärin (Christel Roß) vorgestellt und lernt die für das Euregio-Kolleg vorgesehenen Räume in einem  Gebäudeteil der Albert-Schweitzer-Schule Ecke Bahnhofstraße/ Lehnstraße kennen.

Die dem Kolleg zugeteilten Unterrichtsräume sind weder gestrichen noch möbliert. Das Sekretariat ist behelfsmäßig mit Schulbänken bestückt. Insgesamt ist die Raumaufteilung noch unklar. Sicher ist nur, dass Physik und Biologie in den Fachräumen des Gymnasiums unterrichtet werden.

31.1.1986 : Wie durch ein Wunder erfolgte die Renovierung der Räume, Vorstellung des für uns zuständigen Hausmeisters (Herr Beckers).

Roman Allekotte holt mit seinem privaten Kleinbus Möbel aus Alsdorf (Zustand: „besser als erhofft“).

Die Lehrer sprechen einen Konflikt mit dem Geschäftsführer bezüglich ihrer Urlaubs- und Ferienregelung an.

Sommersemester 1986

3.2. 1986 : Unterrichtsbeginn des Sommersemesters 1986 mit 75 Studierenden im Alter von 19 bis 41 Jahren. Der Hausmeister entfernt im Flur mühsam Zigarettenkippen aus den Fensterritzen.

4.2.1986 : 2. Schultag, Besprechung mit Studierenden : „Eröffnungsveranstaltung“

5.2.: Feierliche Eröffnung im „Saal“- gebildet aus drei Klassenräumen- in der 1. Etage

16.2: Der Alltag läuft gut, die Anwesenheit der Studierenden ist jedoch problematisch, z. T. wenig Bereitschaft zur Entschuldigung von Fehlzeiten („Wir sind Erwachsene“).

Informationsbesuch des Kollegleiters, weiterer Lehrer und einiger Studierender im Köln-Kolleg. „Nachholtermin“ für den Kollegleiter, da die Gründungslehrer schon dort waren. Information, dass der Dezernent Roche um einen Besuch des Kollegleiters beim Schulkollegium in Düsseldorf bittet.

21.2.: Als zweites Gebäude wird das der auslaufenden Hauptschule Lehnstraße in Aussicht gestellt. Übergangslösung mit gemeinsamer Nutzung von Räumen.

4.3.: Studierenden-Vollversammlung: Wahl des ASTA („Allgemeiner Studierendenaus-schuss“). Kritik am „nicht erwachsenengemäßen Lehrbetrieb“ wird artikuliert.

6.3.: Tagung des Landesrings der Kollegs in NRW in Dortmund

10.3.: Antrittsbesuch des Kollegleiters bei Pater Schmitz im Heilig-Geist-Gymnasium

15.3.: letzter Tag vor den Osterferien, Fete der Ib im Kolleg, zunächst etwas „steif“, dann gute Stimmung bis 2:30 Uhr

In den Osterferien  kommen  Möbel aus dem alten Rathaus an. „Schön wäre es, wenn auch noch Gardinen und Türschilder vor dem anstehenden Dezernentenbesuch (LRSD Roche) angebracht würden“.

8.4.: Vorbereitung auf den Dezernentenbesuch: Hospitation des Kollegleiters bei allen Lehrern.

Bei der Möblierung entwickelt sich eine gewisse anarchische „Eigendynamik“: Sofas in den Fluren, Kaffeemaschinen und Geschirr in den Unterrichtsräumen.

Themen dieser Zeit sind die Betreuung für Kinder von  Studierenden, die Ausweitung des Fächerangebots sowie die begrenzten Finanzen. Der Träger wünscht eine verstärkte Unterrichtsabdeckung über Honorarkräfte.

13.5.: Der Dezernent des ZBW, LRSD Roche, besucht das Euregio-Kolleg. Hospitation bei allen Lehrkräften und anschließende Konferenz.

12.6.: Bisher weniger als 40 Studierende für das kommende 1. Semester aufgenommen. Als Konsequenz wird die Pressearbeit des Kollegs intensiviert, wobei sich hierbei ein  länger andauernder Konflikt mit dem Träger um die Kompetenzen in der Öffentlichkeitsarbeit andeutet. Längerfristig wird dieses Spannungsverhältnis produktiv gelöst, eine stringente und kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit wird zum Erstaunen anderer Schulen („Die haben es wohl nötig“) schon frühzeitig am Euregio-Kolleg etabliert. Federführend für die zunehmend professionellere Öffentlichkeitsarbeit am Kolleg wird bald schon Claudia Wein-Hilgers, welche diesen Aufgabenbereich bis zum heutigen Tage wahrnimmt.

Trotz der Erfahrungen der letzten Wochen ergeben sich überrachenderweise in den dann folgenden 14 Tagen 30 Anfragen von Studieninteresssenten.

17.6.: Der Träger bringt das Fach „Sport“ ins Gespräch. Reaktion des Kollegleiters: ggfs. später.

Die endgültige Genehmigung lässt auf sich warten. Diskussionen innerhalb des WBK e.V., wie offen diese Thematik gegenüber den VabW-Mitgliedskommunen dargestellt werden soll.

24.7.: Beginn der Sommerferien. Aufwendige Diskussionen und  Konflikte im Kolle-gium hinischtlich der Regelung der Feriensprechstunde und der Telefonbereitschaft.

Wintersemester 1986/87

3.9. : Beginn des Wintersemesters mit zusätzlichen Räumen in angrenzenden Pavillons.

1. Semester : 78 Studierende (hiervon 4 Wiederholer), 2. Semester: 65 Studierende (hiervon 7 Seiteneinsteiger).

6.9. : Das Kolleg ist auf dem Europafest in Alsdorf vertreten. Martin Schulz informiert den Kollegleiter, dass er voraussichtlich Bürgermeister in Würselen werden wird (entsprechende Meldung am 8.9. in den Aachener Nachrichten).

20.9.: Kinderbetreuung für Studierende im „Alten Bahnhof“ mit Schwierigkeiten angelaufen, u.a. Öffnungszeiten nur bis 14:00 Uhr, keine Finanzierung einer zusätzlichen ABM-Betreuung und letztlich auch nur geringes Interesse der Mütter/Väter innerhalb der Studierendenschaft.

17.9. Besuch des Kollegiums in der Abendrealschule in Aachen, gemeinsame Kon-ferenz. Überraschenderweise wird das Euregio-Kolleg als Konkurrenz gesehen („FOS-Reife am Ende der Einführungsphase“).

1.12.: Seit den Herbstferien hat das Kolleg eine von einer Studierendenmutter (Frau Michels) betreute Cafeteria im Kellergeschoss.

12.12.: Kollegfete. Ein Studierender bereitet Schwierigkeiten, u.a. durch Beleidi-gungen. Er hat zuviel Alkohol getrunken, wir rufen einen Krankenwagen rufen.

3.1.1987 : Die ersten Weihnachtsferien. Diese sind unbedingt notwendig, denn die Studierenden und die Lehrer sind (auch voneinander) ziemlich gestresst.

Seit Jahresanfang ist LRSD Ferdinand Schmidt unser neuer Dezernent bei der Bezirks-regierung Köln. Bereits wenige Tage nach seinem Dienstantritt stellt er die Begutach-tung aus Anlass der endgültigen Genehmigung des Euregio-Kollegs als private Ersatz-schule für den Februar („nach Stabilisierung des Kurssystems“) in Aussicht.

Die Bücherbestellung und Lehrmittelverwaltung für das neue Semester übernehmen Roman Allekotte und Norbert Lengersdorf.

Die Unterrichtsgenehmigung für die Semester der Hauptphase im Fach Geschichte/ Sozialwissenschaften für den in Aussicht genommenen Leistungskurslehrer (Gies-brecht) ist noch nicht vorhanden.

Antrag an das Kultusministerium auf Einführung des Faches Niederländisch.

Der aktuelle WBK-Haushalt ermöglicht die Einstellung einer Honorarkraft für Kunst.

26. – 30.1.: Drei Lerngruppen fahren zum Skilaufen. Parallel hierzu findet im Kolleg eine Projektwoche zur Vorbereitung eines Tages der Offenen Tür zum Thema  „1 Jahr Euregio-Kolleg“ statt.

Sommersemester 1987

1.2.1987: Start des Sommersemesters.76 Studierende im 1. Semester, 66 Studierende im 2. Semester, 60 Studierende im 3. Semester, Stufenkoordinator des 3. Semesters ist Bernhard Peters

12.2. - 6.3. fünftägige Visitation durch LRSD Schmidt. Intensive Gespräche mit den Lehrern und dem Studierendenrat sowie Unterrichtsbesuche bei allen Lehrkräften.

An der Abschlussbesprechung nehmen LRSD Schmidt (Bezirksregierung Köln), Jürgen Kruse (Kultusministerium), Vertreter des Trägers, der Lehrer und der Studierenden teil. Die Schulaufsicht sieht keine Probleme für die Genehmigung als private Ersatzschule.

20.3.: Abschluss der Kursvorwahl im 2. Semester (Stufenkoordinator: Armin Pradella), anschließend Auswertung in der Lehrerkonferenz und Festlegung des Kursangebots für das kommende 3. Semester durch die Kollegkonferenz (am 31.3.).

29.3.:Tag der Offenen Tür mit ca. 350 auswärtigen und 150 internen Besuchern

31.3. 1987: Bürgermeister Schulz empfängt das Kollegium im Saal des Rates der Stadt Würselen.

Bis zu den Osterferien liegen 70 Studierendenbewerbungen für das neue Semester vor. Ende Mai sind alle Plätze vergeben. Es wird eine Nachrückerliste eingerichtet.

200 Bewerbungen auf 5 regional und bundesweit ausgeschriebene Lehrerstellen

3.6.:  Am Kolleg findet die 1. Kunstaustellung statt (auf Initiative unseres Kunstlehrers Müller-Sieberg).

4.6.: Am Kollegeingang hängt ein Aufruf zum landesweiten Streik am 11. Juni „Gegen Abi-Deform“.

Der Streiktag verläuft ruhig. Die störungsfreie Durchführung von drei Probestunden im Rahmen des Lehrereinstellungsverfahrens war im Vorfeld vom ASTA/Studierendenrat zugesagt worden.

10.6.: Mitgliederversammlung des WBK e.V.. Hierbei wurde u.a. die Ausschreibung der Stelle des stellvertretenden Kollegleiters beschlossen. Abends kleine Feier des WBK e.V.  aus Anlass der endgültigen Genehmigung für das Euregio-Kolleg.

Wintersemester 1987/88

1.9.1987: Das neue Semester startet mit 264 Studierenden, davon 76 im 1. Semester. Trotz des begrenzten Raumangebots läuft der Kollegbetrieb. Schwierigkeiten zeigen sich jedoch in den Naturwissenschaften. Wegen vielfältiger Provisorien verlegen die Lehrer häufig ihren Unterricht aus den Fachräumen in die Klassenräume.

November 1987: Durchführung der Projektwoche „1937 – Europa am Vorabend des 2. Weltkriegs“ , Koordination: Martin Sayer.

9.12.: Kollegkonferenz zur Raumsituation, von Seiten des WBK e.V. sind die Herren Dreßen, Schulz und Spille anwesend.

18.12.: Durch auslaufende Verträge und Stellenaufstockungen sind 8,5 Lehrerstellen zum neuen Semester zu besetzen. Der Ausstattungsbedarf des Kollegs beläuft sich im Haushaltsjahr 1988 auf 220.000 DM, der ursprüngliche Haushaltsansatz auf 115.000 DM. Die Differenz wird von den VabW-Mitgliedsstädten aufgebracht.

Mitte Januar 1988: Ausschreibung der Stelle des stellv. Kollegleiters

Januar 1988: Das Euregio-Kolleg entlässt die ersten Studierenden mit Fachhochschul-reife.

Sommersemester 1988

1. Februar 1988: Einrichtung von Koordinbatorenstellen; Einfürhtungsphase: Martin Sayer, Hauptphase: Armin Pradella

28.2.: Ende der Bewerbungsfrist für die Stelle des stellv. Kollegleiters

Hauptproblem bleibt die räumliche Enge. Als weiteres Provisorium nutzt das Kolleg den Gemeindesaal der benachbarten ev. Kirche. Zum neuen Semester (Unterrichtsbeginn: 22.8.) haben wir bereits 73 Bewerbungen.

Institutionalisierung der Studieneingangsberatung: alle Bewerber, die die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, werden individuell beraten. Am Ende der Beratung erfolgt eine verbindliche Entscheidung bezüglich der Aufnahme und der Einstufung.

Wintersemester 1988/89

9.10.: Positive Rückmeldung der Bezirksregierung zu der vom Träger beschlossenen kommissarischen Stellvertretenden Kollegleitung durch Bernhard Peters.

Vorbereitung des 1. Abiturs unter der organisatorischen Verantwortung von Armin Pradella. LRSD Ferdinand Schmidt gibt nach einer 1. Sichtung der eingereichten Abiturvorschläge eine positive Rückmeldung.

14.10.: 1. ZAA : von 36 Studierenden werden 35 zur Abiturprüfung zugelassen.

22.12.1988: Abiturfeier mit 34 erfolgreichen Abiturientinnen und Abiturienten, an-schließender Empfang der Stadt Würselen. Abends Fete im Kolleg.

Gründung des Vereins der ehemaligen Studierenden, Freunde und Förderer des Euregio-Kollegs e.V. Vorstand: 1. Vorsitzende Eva Grotepaß-Modigell, 2. Vorsitzender Armin Pradella, Geschäftsführerin Inga Popall. Ein Großteil der ersten Absolventen tritt dem Förderverein bei.

9.1.1989 : „Mammutsitzung“ des WBK zur Lehrereinstellung

Ende Januar 1989: Projektwoche „Folgen neuer Technologien“. Zur Abschlusspräsentation werden auch Schüler der Hauptschule und der Sonderschule eingeladen.

Sommersemester 1989

1.2.: Beginn des Sommersemesters 1989 mit insgesamt 370 Studierenden. 45 Studierende des 6. Semesters bereiten sich auf das Abitur vor.

22.2.: Befürchtet wird im Zuge einer BAföG-Novellierung die Streichung der eltern-unabhängigen  Förderung für Studierende des Zweiten Bildungsweges. In einer konzertierten Aktion des Landesrings der Kollegs werden in ganz NRW die Bundestagsabgeordneten kontaktiert. Vertreter des Euregio-Kollegs sprechen den Herren Großmann, Schmitz und Dr. Stercken. „Wir finden offene Ohren und Sympathien für den ZBW“.

10.4.: Interner Abgabetermin für die Abiturvorschläge.

Das 2. Abitur am Euregio-Kolleg verläuft ohne Probleme. Wir entlassen 45 erfolgreiche Prüflinge (mehrheitlich Frauen).

Nach intensiven Diskussionen beschließt die Kollegkonferenz die Einführung eines Leistungskurses im Fach Informatik.

Nach den Sommerferien soll das Gebäude an der Lehnstraße (ehemalige Hauptschule) komplett vom Kolleg genutzt werden. In den Ferien erfolgen die notwendigen Umbau-ten. Außerdem werden die Flure der oberen Etagen gestrichen. Die entsprechenden Klassenräume sollen in den Herbstferien renoviert werden.

Während der Sommerferien verunglückt eine Studierende tödlich. 

 

Wintersemester 1989/90

In der ersten Augustwoche Umzug "mit viel Pioniergeist“.

Ende September Vorlage der Abiturvorschläge. Beim Abiturverfahren entwickeln wir langsam Routine. Hilfreich ist die interne Unterstützung durch Kollegen/Kolleginnen mit Erfahrung aus den ersten beiden Durchgängen. Sämtliche Vorschläge werden in der vorgelegten Fassung genehmigt.

17.10.: 1. ZAA: Alle 32 Studierende des 6. Semesters (3. Durchgang) werden zur Abiturprüfung zugelassen. Das Prüfungsverfahren findet erstmals in Eigenregie (ohne Anwesenheit eines Vertreters der Schulaufsicht) statt.

Die Renovierung der oberen Klassenräume zieht sich bis in den Dezember hin.

Durch eine Kunstausstellung wird das neue Gebäude „wohnlicher“. Es kommt eine große Zahl von Besuchern, u.a. der Landrat, der so angetan vom Kolleg war, dass er auch zur  Abiturfeier kommt.

15.12.: Abiturfeier in der Aula des Gymnasiums. Eine gut besuchte Veranstaltung mit leicht karnevalistischem Einschlag. Am Abend Abiturfete im Kolleg.

Ende Dezember: Erster Kontakt zum Avond-College, einer Erwachsenenbildungs-einrichtung  in Heerlen. 9.1.1990: Gegenbesuch in Würselen. Die Einrichtung nennt sich zwischenzeitlich „AenS = Advies- en Studiecentrum“. Im Ergebnis bereiten diese Kontakte den Weg zum gemeinsamen „Lingua-Projekt“, Start Sommersemester 1992.

Sommersemester 1990

8. und 9. März 1990: Teilnahme am Weiterbildungskongress des Landes NRW in Gelsenkirchen. Wir gestalten Stellwände zu den Themen „Berufsbezug des Zweiten Bildungswegs, Kunst, Informatik, Niederländisch“. Unsere Beiträge werden auch in den Rathäusern in Eschweiler (19. September) und Herzogenrath (November) gezeigt.

15.3.: Ausstellungseröffnung „Aspekte eines Hauses“ im „Alten Rathaus“ in Würselen

Am 3.5.wird eine weitere Ausstellung (mit Kunstaktion) eröffnet. „Insgesamt ist das Fach Kunst sehr aktiv, gute Kurszahlen. Durch verschiedene Workshop- Aktivitäten wird das Kolleggebäude immer wieder neu belebt“.

Theaterbegeisterte Studierende und ihre Lehrerinnen Gudrun Lenz-Leuchter, Angelika Nußbaum und Sylvia Sayer-Marx beginnen mit der Arbeit am Projekt „Lysistrate“ (nach der antiken Komödie von Aristophanes)  und setzen hiermit neue Akzente am Kolleg.

Zum Semesterabschluss Grillfest in Raeren (B) bei Dorle Schmitz-Steger und Sabine Becker.

Wintersemester 1990/91

Die Vorbereitungskonferenz für das neue Semester findet am letzten Ferientag (31.8.) statt.

Seit Semesterbeginn bieten wir einen Vorkurs an.

Aufgrund einer Initiative von Studierenden spendet die Firma Vobis dem Förderverein des Kollegs 10 Computer im Gesamtwert von 30.000,- DM

Ende Oktober bittet der komm. Stellvertretende Kollegleiter (Bernhard Peters) um Entbindung von seinen Aufgaben. Der Vorstand schreibt die entsprechende Stelle extern aus. Bis zum Ende der Bewerbungsfrist gehen hierauf vier Bewerbungen ein.

Sommersemester 1991

1.2.1991: Das Euregio-Kolleg besteht 5 Jahre. Aktivitäten aus diesem Anlass:

Eine Sondernummer der "Mitteilungen am Kolleg

Wanderausstellung zur Arbeit des Kollegs (1. Station: Rathaus Würselen, 21.1.91)

Kunstaustellung Unsere Art

                              Begrüßung der neuen Studierenden in erweiterter Runde. Auf dem Podium: LRSD Ferdinand Schmidt, WBK-Vorsitzender Bürgermeister Martin Schulz, für das Kollegium: Dr. Friedrich Schlegel, Gabriele Grün, Studierende: Heiko Düster, Anna Brammen, Moderation: Studierender Ralf Sperlich

20.3.: Der WBK-Vorstand entscheidet sich für Wolfgang Peltzer als Stellvertretenden Kollegleiter.

Mai: Aufführung von „Lysistrate“ auf Burg Wilhelmstein, weitere Theaterprojekte, inspiriert von Ruth Rebière und Sylvia Sayer-Marx, schließen sich an.

Sehr positive Bewerberzahlen (1. Semester und Seiteneinsteiger ins 3. Semester)

Wintersemester 1991/92

1.8.: Arbeitsbeginn des neuen Stellvertretenden Kollegleiters StD i.E. Wolfgang Peltzer

Der Träger beschließt einen Stellenrahmen von 37,5 Lehrerstellen und stellt bei Bedarf weitere befristete Stellen sowie Honorarverträge in Aussicht.

20.9.: „Studientag zur Institutionalisierung des Zweiten Bildungsweges in der Deutschsprachigen Gemeinschaft“ in St.Vith (Belgien).bKollegleiter Arno Giesbrecht referiert zum Thema „Das Euregio-Kolleg in Würselen, Aufgaben und Funktionsweise, Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit“.

 

Sommersemester 1992

Start des Lingua-Projekts. Gemeinsam mit Probol bv (Produktiebedrif Open Leren) aus Heerlen (Niederlande) wird das Euregio-Kolleg (als koordinierende Einrichtung unter der Projektleitung von Rita Plymackers-Bilo) in das gleichnamige Förderprogramm der EG aufgenommen. Zur Entwicklung von Lernmodulen für den Niederländischunterricht werden für drei Projekt-Jahre Fördermittel von insgesamt 105.000 ECU (mehr als 200.000 DM) eingeworben.

Das Euregio-Kolleg profitiert von diesem euregionalen Kooperations-Projekt einerseits durch speziell für die Erwachsenenbildung entwickelte Lernmodule für seinen Nieder-ländischunterricht und andererseits durch die hiermit verbundene Möglichkeit einer Übertragung des am AenS (Advies- en Studiecentrum) in Heerlen bereits seit 1982 praktizierten Konzepts des „Offenen Lernens“ in die eigene Bildungsarbeit. Bereits vorhandene Bestrebungen des Kollegs zur Entwicklung mediengestützten, individualisierten Lernens gewinnen hierdurch an Systematik und Kontur.

Februar: Eröffnung der komplett neu möblierten Kollegbibliothek, konzipiert nicht nur als Medienstandort, sondern auch als Selbstlernzentrum.

Wintersemester 1992/93

Unter dem Thema „Hat die Vernunft ein Geschlecht?“ referiert die Aachener Verlegerin Ursula Meyer zu Fragen und Problemen feministischer Philosophie. Auf Einladung der Fachkonferenz Philosophie folgen in den nächsten Semestern weitere philosophische Vorträge, die im Kolleg auf große Resonanz stoßen.

Sommersemester 1993

Erarbeitung einer Konzeption für den Vorkurs am Vormittag mit Familientätigen und Schichtarbeitenden als Hauptzielgruppe.

Das Pädagogische Institut des Landes Brandenburg bittet Johannes Baumann aufgrund seiner Erfahrungen mit dem Leistungskurs Informatik am Euregio-Kolleg um Unterstützung bei der Curriculumentwicklung für entsprechende Angebote in den  Schulen des Zweiten Bildungsweges in Brandenburg.

Wintersemester 1993/94

Der Vorkurs am Vormittag startet.

1. bis 3. Oktober 1993 Bundesringtreffen der Studierenden des Zweiten Bildungswegs (Abendgymnasien und Kollegs). Mehr als 30 Teilnehmer finden an diesem Wochenende Tagungsmöglichkeiten und Unterkunft im Kolleggebäude.

17.12.1993: Abiturfeier. Unter den erfolgreichen Abiturientinnen und Abiturienten bestimmt das Los Andrea Weidemann zur Empfängerin des 500. Abiturzeugnisses, das am Euregio-Kolleg vergeben wird.

Wintersemester 1994/95

Gemeinsam mit dem Abendgymnasium des Kreises und der Stadt Aachen bietet das Euregio-Kolleg von nun an jährlich Vormittagskurse mit einem Unterrichtsvolumen von 20 Wochenstunden für Familientätige und Berufstätige mit atypischen Arbeits-zeiten in Aachen in der Schule Eintrachtstraße an. Die schulische Verwaltung des Studiengangs obliegt dem Abendgymnasium.

Zeitgleich : Start des Teilzeitkollegs für Bildungsinteressenten, die Teilzeitarbeit und Weiterbildung im Kolleg miteinander verbinden möchten. Die beiden vorgenannten Angebote erfolgen auf der Grundlage der abendgymnasialen Prüfungsordnung.

Sommersemester 1995

Der Leistungskurs Deutsch (Fachlehrer: Wolfgang Gurzan) konzipiert, erstellt und veröffentlicht (im Selbstverlag) ein Schreibprojekt: „Die Lohbergs - ein Familienroman“.

 U.a. mit diesem Projekt belegt das Euregio-Kolleg den 5. Platz in dem alljährlich bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb „Schule des Jahres“.

Sommersemester 1996:

Teilnahme am Projekt „Schulen ans Netz“ (Leitung: Barbara Leipholz-Schumacher)

10 Jahre Euregio-Kolleg: Feierstunde im „Alten Rathaus“– am Abend Fest in der Aula des Gymnasiums. „Die Rocky Horror Picture Show“ unter der Regie von Ruth Rebière gerät hierbei zum furiosen Höhepunkt.

Wintersemester 1997/98

1. August: Inkrafttreten der Kooperationsvereinbarung des  Euregio-Kollegs mit den Berufsbildenden Schulen (seit 1.8.1998: „Berufskollegs“) des Kreises Aachen.Ziel ist die Verzahnung der Ausbildungsgänge, die Anrechnung von Vorleistungen und damit die Verkürzung der Ausbildungszeiten bis zu den jeweiligen  Abschlüssen. Angestoßen wird am Euregio-Kolleg auch die Einführung des Brückenkurses „Einführung in die Zweite Fremdsprache“ zur Förderung des Seiteneinstiegs in ein höheres Semester. Eine vergleichbare Verbindung von beruflichem und allgemeinem Lernen streben die vom Kolleg in Kooperation mit Berufsausbildungszentrum der RWTH angebotenen Eng-lisch-Vorkurse an. Über beide Wege wird eine große Zahl beruflich qualifizierter und engagierter Studierender für das Kolleg gewonnen.

Herbst: Gründung der Theatergruppe „Macht doch kein Theater“ (MdkT).Oskar Panizzas „Liebeskonzil“ unter der organisatorischen Leitung von Sylvia Sayer-Marx und der Regie des Studierenden Holger Funken ist die erste Produktion dieser Gruppe, welche nach intensiven Probearbeiten mit einer Premiere am 27. Mai 1999  im „Alten Rathaus“ zur Aufführung gelangt.

10. Dezember : Premiere des Musicals „Leben und Sterben der Marilyn Monroe“ unter der Regie von Ruth Rebière.

27. Januar: Podiumsdiskussion im Kulturzentrum „Altes Rathaus“ zum Thema „Vom/beim/mit dem Nachbarn lernen“, veranstaltet vom Euregio-Kolleg und der Stichting Nederlands-Duitse-Dialog. Eröffnungsansprachen halten C. Venemanns, Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Arnheim sowie Prof. Dr. Otto Eschweiler, Aachen, Honorarkonsul der Niederlande. Geleitet wird die Veranstaltung von Oliver S. Lübke, Vizepräsident des CEDEFOP, Diskutanten waren: Prof. Dr. Trautwein, FH Aachen, Ingenieur Timmers, Hogeschool Limburg sowie Claus Fahle.

Sommersemester 1998

1. Februar: Der stellvertretende Kollegleiter Wolfgang Peltzer scheidet mit seiner Wahl zum hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Würselen am Euregio-Kolleg aus.

Martin Sayer wird Studiendirektor und neuer stellvertretender Kollegleiter.

Der Kölner Regierungspräsident Dr. Franz-Josef Antwerpes besucht das Euregio-Kolleg

Juni: Videokonferenz zwischen dem Euregio-Kolleg und dem Albeda-College in Rotterdam. Auf Seiten des Euregio-Kollegs ist der Niederländischkurs von Rita Plymackers-Bilo beteiligt, der von Barbara Leipholz-Schumacher bezüglich der Nutzung der neuen Medien betreut wird. Das bereits seit längerem praktizierte deutsch-niederländische Tandem-Lernen (= Austausch zwischen Fremdsprachenlernenden mit komplementären Ausgangs- und Zielsprachen) erhält durch den Einsatz neuer Medien wichtige Impulse.

Wintersemester 1998/99

1. August: Der Grundkurs „Literatur / Darstellendes Spiel“ wird zur Erprobung genehmigt. Hiermit verlässt die Theaterarbeit den Status der Arbeitsgemeinschaft und wird ein reguläres Unterrichtsfach.

19. bis 23. Oktober: In der Woche nach den Herbstferien bezieht das Euregio-Kolleg sein neues Gebäude.

19. Februar 1999: Feierliche Übergabe des neuen Gebäudes durch den Bürgermeister der Stadt Würselen, Wolfgang Peltzer sowie durch den 1. Vorsitzenden des Weiterbil-dungskollegs e.V., Karl-Heinz Dreßen. Anschließend : Tag der Offenen Tür.

Moderne, adressatengerechte Weiterbildung hat nun eine feste Adresse:

Friedrichstraße 72, Würselen.

Sommersemester 1999

Das Fach Kunst wird auch als Leistungskurs angeboten.

11. Mai : Der „Landesring“, die Vereinigung aller nordrhein-westfälischen Kollegs, tagt  im Euregio-Kolleg.

11. Juni : Das 1.000. Abiturzeugnis am Euregio-Kolleg erhält Ursula Eschweiler aus Aachen.

Wintersemester 1999/2000

Start eines Brückenkurses Französisch für Auszubildende des VabW e.V. in Eschweiler

Oktober: Zehn Schülerinnen und Schüler des neusprachlichen Gymnasiums aus Rivne (Ukraine) besuchen im Rahmen eines durch die Robert Bosch Stiftung geförderten Austauschprojekts mit den Lehrerinnen Svetlana Lutschenko und Larissa Popenko das Euregio-Kolleg. Im Mittelpunkt des zehntägigen Aufenthalts steht die gemeinsame Arbeit mit Studierenden des Kollegs und deren Betreuern, Roman Allekotte, Ruth Rebière und Prof. Dr. Arno Giesbrecht an einem deutsch-ukrainisches Bildlexikon. In den folgenden Jahren werden weitere Austauschprojekte in Würselen und in Rivne durchgeführt, vor allem mit der dortigen Geisteswissenschaftlichen Universität.

2. November: Das Lehrerkollegium, der Studierendenrat sowie der Vorstand des Fördervereins verabschieden sich vom langjährigen Vorstand des WBK, dem 1. Vorsitzenden Karl-Heiz Dreßen, seinem Stellvertreter Josef Stiel sowie dem Vorstandsmitglied Klaus Müller. Neuer Vorsitzender des Weiterbildungskolleg e.V. wird Adolf Lengersdorf.

Sommersemester 2002

Start des Schulversuchs abitur.online.nrw. Das Euregio-Kolleg ist eine der acht vom Land ausgewählten Projektschulen. Projektleiterin am Euregio-Kolleg ist Barbara Leipholz-Schumacher.

Der Projektbeteiligung vorausgegangen waren kontinuierliche, intensive Diskussionen mit unserem Dezernenten LRSD Ferdinand Schmidt über den Bedarf an mediengestützten Lernangeboten im ZBW und den am Euregio-Kolleg hierfür bereits vorhandenen und weiter zu entwickelnden Kompetenzen. So wurden seit 1999 Aufbaukurse in zentralen Fächern für das Telekolleg II entwickelt. Ferner beteiligten wir uns ab 2000/2001 am LPD-Projekt („Lernen in Präsenz- und Distanzphasen").

Das erste Abitur im Studiengang abitur.online findet 2005 statt. Verbunden hiermit ist eine zweitägige Prüfungsrevision durch unseren Dezernenten LRSD Burkhard Henkes und seine Fachberaterin Frau Dr. Wolf. Hiermit wird die Projektphase abgeschlossen,  abitur.online.nrw ist seitdem integraler Bestandteil des Bildungsangebots.

Sommersemester 2002/2003

Die Bezirksregierung Köln beauftragt das Kolleg mit der Durchführung der einmal jährlich stattfindenden Nichtschülerabiturprüfung (später „Externenabitur“). Projektleiter wird Theo Halberkamp.

Sommersemester 2005

23. Mai: „Man sehe nur erst in der Bildung etwas, das Nutzen bringt – so wird man bald das, was Nutzen bringt, mit Bildung verwechseln“ (Nietzsche“).Diese These bildet den Ausgangspunkt des Vortrags von Prof. Dr. Matthias Gatzemeier, in welchem  im Forum des  Kollegs die Lage der Philosophie und der Geisteswissenschaften insgesamt thematisiert und diskutiert wird.

Sommersemester 2006

20 Jahre Euregio-Kolleg

Wintersemester 2010/11

25.11 – 27.11.2010 :Tagung des Bundesrings der Kollegs in Aachen, Organisatorin vor Ort: Angelika Nußbaum, Prof. Dr. Arno Giesbrecht und Claudia Wein-Hilgers leiten einen Workshop zum Thema „Öffentlichkeitsarbeit“.

Wintersemester 2012/13 

19.12.2012: Verabschiedung des 49. Abitursemesters mit 23 erfolgreichen Absolventen. Brigitte Chalifoux aus Eschweiler erhält das 2000. Abiturzeugnis.

 

 

Kollegleiter OStD i.E. Martin Sayer : Die letzten Jahre

Kollegleiter OStD i.E. Martin Sayer : Die letzten Jahre

 

Zu den Eigenheiten der Geschichte des Euregio-Kollegs gehört eine außergewöhnliche Kontinuität und Stabilität in der Zusammensetzung des Lehrerkollegiums. Mit Ausnahme des Krisenjahres 2002 des VabW e.V., in dem eine Kollegin und 5 Kollegen zu anderen Schulen gewechselt sind, blieben fast alle Lehrkräfte, die in den 80er Jahren des schnellen Aufbaus zum Kolleg gestoßen sind, blieben„ihrer“ Schule über Jahrzehnte (oft bis heute) treu. Dies mag auch der mehrfach geschichteten Nischensituation eines privaten Schulträgers als Arbeitgeber geschuldet sein, der nur eine Schule, und die dann in der Erwachsenenbildung, betreibt – da gibt es wenig Alternativen - , aber es wirft auch ein Licht auf das pädagogische  Verantwortungsbewusstsein für die gemeinsamen Aufgaben und die Arbeitsplatzzufriedenheit der Beschäftigten.

Dass nichts so bleibt, wie es immer war, wurde nach mehr als zwei Jahrzehnten erst mit dem Ruhestand des Kollegen Roman Allekotte, dann aber spätestens mit der Pensionierung des Kollegleiters  Prof. Dr. Arno Giesbrecht zum 31.1.2013 spürbar. Das Bemühen des Schul-trägers um Kontinuität der erfolgreichen Bildungsarbeit des Euregio-Kollegs zeigte sich in der Wahl des langjährigen Stellvertreters  Martin Sayer zum Nachfolger, der Kollegin Sabine Becker-Lelabi zur Ständigen Vertreterin. Eine Neuerfindung des Kollegs stand nicht zu erwarten.

Freilich hatten sich die gesellschaftlichen und bildungspolitischen Rahmenbedingungen der Oberstufe des Zweiten Bildungswegs deutlich verändert. Nicht nur war die absolute Zahl der jungen Erwachsenen zwischen 20 bis 25 , die traditionell die stärkste Gruppe im Kolleg bilde-te, deutlich zurückgegangen; auch die Absolventen der Jugendschulen hatten zu einem erheblich höheren Anteil als noch in den 80er und 90er Jahren bereits vor einer beruflichen Ausbildung die Hochschulreife erreicht und kamen damit für das allgemeine Bildungsangebot des Kollegs zur Studierfähigkeit nicht mehr in Betracht. Die langanhaltende wirtschaftliche Konjunktur führte vor diesem Hintergrund zudem die Unternehmen dazu, beruflich qualifi-zierte junge Menschen durch die Eröffnung attraktiver Aufstiegsmöglichkeiten im Betrieb zu halten. Alternativen sahen viele junge Leute auch in den neuen berufsbezogenen Wegen zur Hochschulreife über die Berufskollegs. Es wurde schwierig, die hohen Studierendenzahlen im Euregio-Kolleg zu halten.

Schulträger und Lehrerkollegium reagierten mit einer gezielten Modernisierung des schulischen Angebots: im Fokus standen die Stärkung des Aufgabenbereichs Mathema-tik/Naturwissenschaften, u.a. mit der Einführung des Faches Chemie, die erhebliche Investitionen in die Ausstattung der Fachräume erforderte, und die Förderung einer fächer-übergreifenden, projektorientierten Bildungsarbeit besonders in den Natur- und Gesell-schaftswissenschaften durch das Angebot von (Jahres)-Projektkursen in der Qualifikationsphase. Mit dem „ENSURE“-Projekt , in dem Schulen aus 7 europäischen Ländern und der Tür-kei an Fragen der Ökologie gemeinsam arbeiteten, wurde das Euregio-Kolleg 2013 bis 2015 Comenius-Partnerschule; einige dieser Kontakte sind im aktuellen „Erasmus +“-Projekt der EU fortgeführt.

Viel Arbeit machte die Anpassung der hausinternen Lehrpläne an die neuen kompetenz-orientierten Richtlinien in NRW – hier die pädagogischen Eigenheiten schulabschlussbezogener Arbeit mit berufserfahrenen  Erwachsenen  zu berücksichtigen führte zu intensiven Diskussionen und aufwendigen Entscheidungsprozessen. Daneben ließ sich die mittlerweile verdreifachte Zahl der Prüfungskandidaten im Externenabitur mit einem langsam kleiner werdenden Kollegium als eine weitere Zusatzaufgabe nicht mehr bewältigen und wurde an die Bezirksregierung zurückgegeben.

Eine pädagogische Herausforderung stellte darüber hinaus die Öffnung des Zugangs zum Kolleg für Absolventen der FOS-Reife-Kurse der Volkshochschulen dar, die häufig die regulären beruflichen Voraussetzungen nicht erfüllen. Besondere unterrichtliche Förderbedarfe entstanden zudem durch die Einrichtung eines ersten Vorkurses für Migranten, mit dem das Euregio-Kolleg seinen Beitrag in der Notsituation des Jahres 2015/16 zur Bewältigung der Fluchtbewegung leistete.

Mit diesen Maßnahmen gelang es zwar, die Studierendenzahlen im Euregio-Kolleg zu stabili-sieren, doch entschied sich der Schulträger Ende 2015 vor dem Hintergrund regionaler bildungspolitischer Überlegungen, auf eine Fusion des Euregio-Kollegs mit dem Abendgymna-sium Aachen zum Schuljahr 2017/18 hinzuarbeiten. Eine Grundlage dafür bildet die schon langjährig existierende Kooperation beider Schulen der Erwachsenenbildung in dem gemein-samen Angebot eines reinen Vormittagskurses für junge Mütter und Erwerbstätige mit atypischen Arbeitszeiten, die das Abendkursangebot des AG Aachen nicht wahrnehmen kön-nen. Diese Zusammenarbeit der Schulen ist seit 2013 gezielt erweitert worden durch  Kursan-gebote im Bereich „abitur-online.nrw“ – entsprechend qualifizierte KollegInnen sowohl aus dem AG Aachen als auch aus dem Euregio-Kolleg unterrichten seitdem in gemeinsamen e-Learning-Kursen in einer planvollen Mischung von Distanz- und Präsenzphasen berufstätige Erwachsene bis zur Abiturprüfung. Für die weitergehende Zusammenführung der Oberstufe des ZBW im Westen steht mit dem „alten“ Euregio-Kolleg ein modernes, für die Zwecke schu-ischer Erwachsenenbildung fast optimal  ausgestattetes, eigenes Gebäude zur Verfügung.

Der Schulträger hat am 23.9.2016 die Einstellung des Schulbetriebs des Euregio-Kollegs zum 1.8.2017 entschieden. Beschlüsse zur Zusammenführung von AG Aachen und Euregio-Kolleg durch die Gremien der StädteRegion Aachen sowie die Genehmigung durch die Bezirksre-gierung Köln folgten. Seit Herbst 2016 arbeiten der zukünftige öffentliche Schulträger, die Schulleitungen, die Studierendenvertretungen und die Lehrkräfte auf mehreren Ebenen ( u.a. Öffentlichkeitsarbeit, „Steuergruppe“, gemeinsame Konferenzen, Dienstbesprechungen usw.) daran, die anstehende Fusion zum „Weiterbildungskolleg der StädteRegion Aachen – Abendgymnasium und Kolleg“ erfolgreich zu gestalten.

 

 

Christel Roß : Rückblick auf 28 Jahre als Verwaltungsangestellte im Sekretariat des Euregio-Kollegs

Christel Roß : Rückblick auf 28 Jahre als Verwaltungsangestellte im Sekretariat des Euregio-Kollegs

 

Am 14. Oktober 2014 war es soweit. Nach 28 Jahren habe ich mich von meiner Lieblingsarbeitsstelle am Euregio-Kolleg in den Ruhestand verabschiedet.

Mit sehr viel Herzblut und Freude habe ich meine Arbeit dort täglich verrichtet. Seit dem 1. Januar 1986, also bereits einen Monat vor Eröffnung des Euregio-Kollegs, war ich gerne für "meine Studienberwerber",  „meine Studierenden“, „meine Lehrerinnen und Lehrer“, „meinen Chef“ tätig. Vielfältig und abwechslungsreich gestaltete sich der Arbeitstag. Es waren ja nicht nur die üblichen Sekretariatsarbeiten zu erledigen, es gab auch viele Feste, die ich sehr gerne mit vorbereitet habe. Jedes Semester galt es, eine Abiturfeier zu gestalten, weiterhin  gab es Sommerfeste, die Feiern zum 10., 20. und 25. Geburtstag des Euregio-Kollegs. Tage der Offenen Tür, Kunstausstellungen, Theateraufführungen, Berufsberatung am Kolleg, Projekttage, der Studierendenaustausch mit der Ukraine, mit Polen mussten vor- und nachbereitet werden. Auch habe ich seit seiner Gründung  im Förderverein des Kollegs mitgewirkt.

Manchmal hätte ich mir eine Kamera gewünscht, die eine Woche lang aufzeichnet, wie oft ich meine Arbeit unterbrechen musste, weil gerade das Telefon klingelte, Studierende oder Lehrerinnen oder Lehrer ins Sekretariat kamen, der Hausmeister eine wichtige Nachricht überbrachte, der Paketbote eine Unterschrift wollte, der Chef rief, mehrere Studierende gleichzeitig unterschiedliche Dinge wollten, der Kopierer ausfiel oder sogar der Aufzug steckengeblieben war usw…

Jetzt sind es schon 2 ½ Jahre her, dass ich mich nicht mehr frühmorgens  zur Friedrichstraße 72 begebe. Gerne denke ich an „mein Kolleg“ zurück und freue mich immer, wenn ich ehemalige Studierende und Lehrkräfte treffe und wir über die gemeinsamen  Zeiten am Kolleg reden können.

Nun genieße ich eine andere Zeit mit viel Unternehmungen im In- und Ausland und mit zwei Enkelkindern.

 

 

 

 

Chronik der Theaterarbeit am Euregio-Kolleg

 

 

1991                           Lysistrate (Aristophanes): Burg Wilhelmstein, Würselen (eine Gemeinschaftsproduktion von Gudrun Lenz-Leuchter, Angelika Nußbaum und Sylvia Sayer-Marx)

 

1992               Fritz, a German Hero (Peter Paul Zahl): Burg Wilhelmstein, Würselen (eine Gemeinschaftsproduktion von Gudrun Lenz-Leuchter, Angelika Nußbaum und Sylvia Sayer-Marx)

 

1993                            Wir sind noch einmal davongekommen (Thornton Wilder): Aula des Städtischen Gymnasiums, Würselen und Stadttheater Aachen im Rahmen der Schultheatertage (Regie: Angelika Nußbaum)

 

1995                           Die Unterrichtsstunde (Eugène Ionesco): Altes Rathaus, Würselen (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

 

                        Die kahle Sängerin (Eugène Ionesco) / Das Picknick im Felde (Fernando Arrabal): Ballettschule Erdweg, Aachen (Regie: Ruth Rebière)

 

1996                Die Rocky Horror Picture Show: Aula des Städtischen Gymnasiums, Würselen (Regie: Ruth Rebière)

 

1997                           Der Zusammenstoß (Kurt Schwitters): Altes Rathaus, Würselen (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

 

                                   Leben und Sterben der Marilyn Monroe (Musical nach Gerlinde Reinshagen): Aula des Städtischen Gymnasiums, Würselen (Regie: Ruth Rebière)

 

1998                           Das Liebeskonzil (Oskar Panizza): Altes Rathaus, Würselen (Regie: Holger Funken und Sylvia Sayer-Marx)

 

                        Ausgeträumt: (ein Musiktheaterstück zum Thema Integration von Behinderten in Zusammenarbeit mit der Roda-Schule Herzogenrath): Forum des Euregio-Kollegs (Regie: Ruth Rebière)

 

1999                            Sieh nicht in den Regen (Buch und Regie: Holger Funken): Forum des Euregio-Kollegs

 

                        Faust I (Johann Wolfgang Goethe): Burg Wilhelmstein, Würselen und Forum des Euregio-Kollegs (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

 

2000                Frust und Ordnung (Eigenproduktion): Forum des Euregio-Kollegs (Regie: Ruth Rebière)

 

                        Die chinesische Mauer (Max Frisch): Forum des Euregio-Kollegs (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

 

2001                           Ein Sommernachtstraum (William Shakespeare) / Der Park (Botho Strauß): Forum des Euregio-Kollegs (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

 

                                    Der kleine Europäer (Musical nach Antoine de Saint-Exupéry): Burg Wilhelmstein, Würselen (Regie: Ruth Rebière)

 

2002                Porträt eines Planeten (Friedrich Dürrenmatt): Forum des Euregio-Kollegs und Ludwig-Forum, Aachen, im Rahmen der Schultheatertage (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

 

2003                Mama hat den besten Shit (Dario Fo): Forum des Euregio-Kollegs (Regie: Ruth Rebière)

 

Julia und der Balkon (nach der Novelle von Maarten Asscher): Forum des Euregio-Kollegs (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

 

2004                Beziehungskisten (Eigenproduktion): Forum des Euregio-Kollegs (Regie: Ruth Rebière)

 

Die Dreigroschenoper (Bertolt Brecht): Burg Wilhelmstein; Ludwig-Forum, Aachen, im Rahmen der Schultheatertage; Eurogress, Aachen, im Rahmen der FAM 2004 (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

 

2005                Anders Welt (Eigenproduktion zum Thema AD(H)S): Forum des Euregio-Kollegs (Regie: Ruth Rebière)

 

Zielinski ist tot (absurde Einakter von Hildesheimer, Arrabal, Foissy und Tardieu): Forum des Euregio-Kollegs (Regie: Ruth Rebière)

 

                                   Der Durchbruch (Uraufführung; Buch und Regie: Sebastian Köhler): Theater 99, Aachen (Regieassistenz: Sylvia Sayer-Marx)

 

2006                President by Chance (nach dem Roman „Being There“ von Jerzy Kozinski in englischer Sprache): Forum des Euregio-Kollegs (Regie: Ruth Rebière)

 

                        Die Schule der Diktatoren (Erich Kästner): Forum des Euregio-Kollegs (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

 

2007                            Die Pest (Albert Camus): Forum des Euregio-Kollegs (Regie: Ruth Rebière)

 

                        Abstellgleis (Eigenproduktion, Buch: Pia Theuer): Forum des Euregio-Kollegs (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

 

2008                Konfusionen (Alan Ayckbourn): Forum des Euregio-Kollegs und TheaterK, Aachen,  im Rahmen der Schultheatertage (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

 

2009                Lysistrata (Aristophanes): Burg Wilhelmstein, Würselen im Rahmen des Familientages der Städteregion und Open Air im Euregio-Kolleg (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

 

2010                Der Sturm (William Shakespeare): Forum des Euregio-Kollegs und Grenzlandtheater Aachen im Rahmen der Schultheatertage (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

 

2011                Haltestelle. Geister (Helmut Krausser): Forum des Euregio-Kollegs (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

 

2012                Die Ballade vom Großen Makabren (Michel de Ghelderode): Forum des Euregio-Kollegs und TheaterK, Aachen im Rahmen der Schultheatertage (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

 

2013                Woyzeck (Georg Büchner): Forum des Euregio-Kollegs (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

 

2014                Die Leiden des jungen Schiller (Eigenproduktion nach „Fritz, a German Hero“ von Peter Paul Zahl): Forum des Euregio-Kollegs und Stadttheater Aachen im Rahmen der Schultheatertage (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

 

2015                Die Verwandlung (nach der Erzählung von Franz Kafka): Forum des Euregio-Kollegs (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

 

2016                Play Faust (Eigenproduktion nach „Faust I“ von Johann Wolfgang Goethe): Forum des Euregio-Kollegs (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

 

 

2017                Der Besuch der alten Dame (Friedrich Dürrenmatt): Forum des Euregio-Kollegs (Regie: Sylvia Sayer-Marx)

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